Jammern hilft nicht. Schönreden auch nicht.

Sep. 21, 2026

Positives Denken ist gerade jetzt notwendig

Die Wirtschaft ist verunsichert: Preise steigen, der Ton wird rauer, die politische Lage scheint sich zu verschlechtern.

Viele Menschen klagen darüber. Auch viele Unternehmen sind unzufrieden.

Es wird über die Kunden, die Geschäftsleitung, die Umstände, die Lage oder einfach nur über die anderen gejammert.

Doch auch wenn es vieles gibt, das schwierig ist, mit Jammern allein lassen sich keine Probleme lösen. Es verstärkt sie noch. Insbesondere, wenn nur noch über Probleme gesprochen wird.

Mehrere Dinge helfen in solchen Zeiten

Sich der eigenen Fähigkeiten bewusst werden: Wenn du weißt, was du kannst, gehst du ein Problem anders an und erkennst, worauf du dich verlassen kannst.

Sich selbst und anderen zeigen, was möglich ist: Ein Team, das nur die Hindernisse sieht, bleibt leicht stehen. Oft reicht schon ein machbarer Weg, damit andere mitgehen. Wer danach fragt, was möglich wäre, öffnet die Gedanken für sich und andere.

Anderen Orientierung geben: Verunsicherte Menschen suchen meist jemanden, an dem sie sich ausrichten können, und diese Rolle kann jeder im Team übernehmen, auch ohne formale Führungsposition.

Du kannst dich entscheiden

Für Jammern, Ignoranz oder Schönreden. Oder du entscheidest dich für Haltung.​

Wahrscheinlich kennst du diese Muster aus dem Arbeitsalltag. Jammern fühlt sich im Moment oft gut an, weil andere zustimmen und sich alle einig sind. Am Ende kreist es aber um das, was sich vermeintlich nicht ändern lässt.

Wer Probleme ignoriert, hofft nur, dass es sich von allein erledigt, und ist auf Glück angewiesen. Schönreden klingt positiv, deutet die Lage aber so lange um, bis sie erträglicher erscheint. Damit fehlt der Anlass zu handeln.

Haltung fängt damit an, Probleme beim Namen zu nennen. Positives Denken nimmt sehr wohl Negatives wahr und richtet dann bewusst den Blick auf das, was trotzdem gut oder möglich ist. Wer so denkt, bleibt handlungsfähig, selbst wenn nicht alles in der eigenen Hand liegt.

Forschungsergebnisse

Psychologische und neurowissenschaftliche Studien bringen positives Denken mit mehr Resilienz und Motivation in Verbindung. Selbstwirksamkeit, also das Zutrauen, etwas bewirken zu können, hilft dabei, handlungsfähig zu bleiben. Die Neurowissenschaftlerin Michaela Brohm-Badry hat untersucht, wie positive Erfahrungen und Gedanken auf Dauer die Strukturen im Gehirn prägen können. Das nennt sich Neuroplastizität.

Wie das im beruflichen Alltag aussieht, zeigten Martin Seligman und Peter Schulman 1986 an 103 neuen Versicherungsvertretern, deren Werdegang sie ein Jahr lang verfolgten. Wer schlechte Erlebnisse eher als vorübergehend und begrenzt betrachtete, blieb doppelt so oft im Job und verkaufte mehr. Verkäufer bekommen immer wieder ein Nein. Deshalb zeigt sich dort schnell, wer trotzdem weitermacht.

Doch Achtung: Positives Fantasieren allein hilft nicht. Gabriele Oettingen unterscheidet zwischen Erwartung und Fantasie. Nach ihren Studien strengt sich mehr an und erreicht mehr, wer etwas für wahrscheinlich hält, weil es dafür Gründe gibt. Wer sich das Ergebnis vor allem schön ausmalt, strengt sich weniger an und erreicht weniger. In einer Untersuchung hatten Absolventen auf Jobsuche, die sich den Berufseinstieg besonders rosig vorstellten, später weniger Jobangebote und ein niedrigeres Gehalt. Ihre Forschung zeigt: Weiter kommt eher, wer das Wunschbild mit den Hindernissen verbindet und einen konkreten Plan macht.

Klartext-Fazit

Wer nur jammert oder klagt, verliert Energie.

Wer optimistisch ist und dann handelt, bewegt etwas.

Klartext-Frage

❓Was hilft dir in schwierigen Situationen, lösungsorientiert zu bleiben?

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