Durchhalten ohne bewusste Entscheidung ist kein Erfolgsprinzip.

Dez. 15, 2025

Ich habe lange gedacht, Durchhalten ist ein Erfolgsrezept. Einfach weitermachen, auch wenn es anstrengend wird. Noch etwas erledigen, das noch durchziehen und jenes unbedingt noch bis zum Jahresende schaffen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich das zwar nach Stärke anfühlt, mir aber genau das genommen hat, was eigentlich wichtig ist. Bewusstsein dafür, ob das, was ich gerade tue, überhaupt noch passt.

Bei vielen Menschen wird das Muster gerade zum Jahresende sichtbar. Termine, Erwartungen, Feiern, Geschenke, Abschlüsse. Alles wirkt wichtig und alles scheint gleichzeitig zu kommen. Vieles davon ist sinnvoll. Die Frage ist nur, ob wirklich alles auf einmal sein muss.

Durchhalten klingt erstmal plausibel, weil es Kontrolle vermittelt, Disziplin, Verlässlichkeit. Unser Gehirn mag das. Zielorientiertes Verhalten wird belohnt, vor allem kurzfristig. Problematisch wird es, wenn Durchhalten zur Gewohnheit wird und niemand mehr prüft, ob die Richtung noch stimmt.

Dann passiert etwas Interessantes. Man bleibt in Bewegung, aber verliert das Gefühl dafür, wofür man sich eigentlich anstrengt.

Ich unterscheide heute zwischen Durchhalten und Dranbleiben.

Durchhalten heißt für mich, Signale zu übergehen, um weiterzukommen.

Unter Dranbleiben verstehe ich, regelmäßig innezuhalten und zu prüfen, wofür ich meine Energie einsetze.

Das hat nichts mit Nachlassen zu tun. Im Gegenteil. Es braucht mehr Bewusstsein, sich diese Frage zu stellen, als einfach weiterzumachen.

Gerade jetzt lohnt sich dieser Blick. Es geht weniger um einen großen Jahresrückblick und es braucht keine Liste mit guten Vorsätzen. Ein kurzer, ehrlicher Check.

❓ Was lohnt es sich weiterzuführen?

❓ Was kostet gerade mehr Energie, als es bringt?

❓ Wo halte ich nur noch aus Gewohnheit durch?


Die Forschung zeigt recht klar, dass Menschen langfristig stabiler sind, wenn sie Ziele anpassen dürfen. Nicht impulsiv, nicht aus Frust, sondern bewusst. Auch das Beenden eines Vorhabens kann entlasten, wenn es eine klare Entscheidung ist und keine Flucht.


Letzte Woche war ich krank und musste pausieren. Es war nicht geplant und erst recht nicht gewollt. Rückblickend war es trotzdem hilfreich. Ich hatte Zeit, ein paar Dinge zu durchdenken und zu prüfen.

Vielleicht braucht es genau das zum Jahresende.

Weniger „durchhalten“.

Mehr prüfen.

Und bewusster entscheiden, womit du deine Energie verbringst.


🔍 Kurz & klar

✔️ Durchhalten fühlt sich stark an, kostet aber oft mehr als gedacht
✔️ Dranbleiben braucht regelmäßige Überprüfung
✔️ Reduktion schafft Fokus
✔️ Aufhören kann eine bewusste Entscheidung sein


💬 Klartextfragen zum Wochenstart

➡️ Wo läufst du gerade weiter, ohne zu prüfen?
➡️ Was bringt dir weniger, als es kostet?
➡️ Was ist dir wirklich wichtig?


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