In vielen Bereichen der Wirtschaft verändert sich das Umfeld schneller, als Entscheidungen wirken können.
Rahmenbedingungen verschieben sich, Annahmen verlieren schneller ihre Gültigkeit, als sie ausgesprochen werden, Prioritäten passen nicht mehr. Was gestern noch als „richtig“ galt, fühlt sich heute schon schief an oder zumindest fragil.
Das ist für viele Organisationen Alltag.
Und trotzdem wird in manchen Unternehmen so entschieden, als müssten Entscheidungen vor allem eines sein: gut und richtig.
Stell dir zwei Organisationen vor, die unter genau diesen Bedingungen arbeiten.
Beide verfügen über erfahrene Führungskräfte, engagierte Mitarbeitende und wollen verantwortungsvoll entscheiden.
Und doch entwickelt sich ihre Zusammenarbeit sehr unterschiedlich.
In der ersten Organisation werden Entscheidungen gründlich vorbereitet und klar kommuniziert. Ist ein Beschluss gefasst, gilt er. Änderungen werden eher kritisch beäugt. Rückfragen wirken schnell wie Zweifel, Kurskorrekturen fühlen sich an wie Rechtfertigungen.
In solchen Umfeldern passen Mitarbeitende ihr Verhalten an. Sie suchen weniger nach Alternativen, formulieren ihre Zweifel eher vorsichtig oder sprechen sie nicht offen offen aus.
Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf, bestehende Entscheidungen abzusichern, statt Annahmen weiterzuentwickeln. Die Energie fließt in Anpassung, nicht in das Denken neuer Möglichkeiten.
In der zweiten Organisation wird ebenfalls entschieden, auch hier gibt es klare Beschlüsse. Der Unterschied liegt weniger im Was als im Wie.
Entscheidungen werden als Arbeitshypothesen verstanden, Annahmen werden benannt und e ist allen bewusst, dass sich Rahmenbedingungen verändern können. Wenn sich das Umfeld ändert, wird neu gedacht, ohne dass jemand rechtfertigen muss, warum eine frühere Entscheidung angepasst wird.
Es gibt Menschen, die nenne das Beliebigkeit. Ich nennen es Beweglichkeit.
Mitarbeitende beobachten aufmerksamer, melden früher, wenn etwas nicht mehr passt. Sie denken Varianten mit, statt sich abzusichern. Entscheidungen verlieren auch hier an Gültigkeit, aber sie verlieren nicht ihren Wert.
In dynamischen Umfeldern verändert sich die Haltbarkeit von Entscheidungen. Handlungsfähig bleiben Organisationen dort, wo Denken über den Tellerrand erlaubt ist und Kurskorrekturen als normal angesehen sind.
Was hält uns davon ab, Entscheidungen zu ändern, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben?
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