„Ich bin jetzt Führungskraft.
Eigentlich.
Und mache trotzdem noch viel Facharbeit selbst.“
So oder so ähnlich höre ich es in vielen Gesprächen mit Führungskräften.
In einem Handwerksbetrieb lag eine Anfrage eines Kunden für eine Konstruktion schon länger auf dem Tisch.
Der Kunde wartete auf Rückmeldung.
Es waren mehrere Lösungen technisch möglich.
Ein Mitarbeiter kam mit der Frage: „Wie soll ich das konturieren? Variante A oder B?“
Die Führungskraft schaute kurz drauf und sagte:
„Mach Variante B. Geht schneller und passt.“
Das Thema war erledigt.
Auf den ersten Blick ist das eine pragmatische Lösung. Die Entscheidung wurde schnell getroffen, der Kunde bekommt eine Rückmeldung und das Thema ist erledigt – Zeit ist Geld.
Der Mitarbeiter hat eine Lösung bekommen und wird wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder fragen. Doch er hat keinen Maßstab, nach dem er künftig selbst entscheiden kann.
Die Führungskraft hat in diesem Fall fachlich gedacht und die Entscheidung selbst getroffen. In der Führungsrolle geht es aber darum, sich in genau diesen Momenten zurückzunehmen und stattdessen zu klären, wie die Mitarbeitenden selbst zu einer guten Entscheidung kommen können.
Das braucht mehr Zeit als eine schnelle fachliche Antwort und fühlt sich im ersten Moment weniger effizient an.
Wenn Führungskräfte solche fachlichen Entscheidungen selbst treffen, bleiben sie genau in der Rolle, aus der sie eigentlich herausgewachsen sind. Die Zeit, die dafür draufgeht, fehlt an anderer Stelle: im Austausch mit dem Team, in der Klärung von Erwartungen, in der Entwicklung von Mitarbeitenden.
Es stellt sich also die Frage, ob sie ihre Rolle wirklich schon gewechselt haben.
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