👉 „Meine Mitarbeitenden sollen endlich mehr Eigenverantwortung übernehmen.“
👉 „Wenn das Team doch besser zusammenarbeiten würde.“
👉 „Die Kunden sollten gefälligst freundlicher sein.“
Solche Sätze höre ich regelmäßig. Dahinter steckt oft der Wunsch, dass sich eine Situation verbessert. Oft verbunden mit der Hoffnung, dass andere Menschen ihr Verhalten verändern. Das ist verständlich. Schließlich hängen viele Dinge, die uns wichtig sind, von anderen Menschen ab.
Kontrolle gibt uns das Gefühl, die Lage im Griff zu haben. Das gibt uns Sicherheit. Es ist viel schwieriger, Situationen auszuhalten, in denen der Ausgang offen ist.
Deshalb suchen Menschen automatisch nach Möglichkeiten, Kontrolle zu gewinnen. Das gilt für Führungskräfte ebenso wie für Mitarbeitende und Unternehmer.
Je wichtiger uns ein Thema ist, desto größer wird häufig dieser Wunsch.
Das Problem dabei: Viele der Dinge, die uns besonders wichtig sind, liegen außerhalb unserer direkten Kontrolle.
Einfluss und Kontrolle werden häufig miteinander verwechselt. Doch sie beschreiben unterschiedliche Dinge.
Kontrolle bestimmt ein Ergebnis direkt.
Wir können entscheiden, welche Worte wir wählen. Wir können entscheiden, wie wir auf eine Situation reagieren. Wir können entscheiden, welche Prioritäten wir setzen und welche Haltung wir einnehmen.
Einfluss erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses.
Eine Führungskraft kann Erwartungen formulieren, Orientierung geben, Verantwortung übertragen und Feedback geben. Sie kann ein Umfeld schaffen, in dem Menschen wachsen, lernen und Verantwortung übernehmen.
Das hat Einfluss.
Die Entscheidung, ob jemand Verantwortung übernimmt, trifft dieser Mensch dennoch selbst. Genau deshalb stoßen Versuche, Menschen kontrollieren zu wollen, oft an Grenzen.
Viele Führungskräfte wünschen sich mehr Eigenverantwortung, mehr Mitdenken und mehr Initiative. Gleichzeitig entsteht häufig die Erwartung, dass sich diese Veränderungen möglichst schnell zeigen sollen.
Entwicklung folgt jedoch selten einer geraden Linie. Menschen sammeln Erfahrungen, probieren Dinge aus, machen Fehler, ziehen Schlüsse und verändern Schritt für Schritt ihr Verhalten, wenn sie darin einen Nutzen erkennen.
Frust und Enttäuschung entstehen oft dort, wo Einfluss und Kontrolle miteinander verwechselt werden.
Wer Entwicklung fördern möchte, schafft günstige Bedingungen dafür. Wer Entwicklung erwartet, als ließe sie sich anordnen oder steuern, erlebt häufig Widerstand oder Enttäuschung.
Ein großer Teil unseres Berufslebens besteht aus Situationen, die wir nur begrenzt beeinflussen können.
- Kunden verhalten sich anders als erwartet.
- Märkte verändern sich.
- Menschen reagieren anders, als wir dachten.
Wenn sich das nicht verhindern lässt, bleibt die Frage: Wie gut kommen wir mit dieser Unsicherheit zurecht?
Wer seine gesamte Energie darauf verwendet, Kontrolle über Unkontrollierbares gewinnen zu wollen, verschwendet Energie und erlebt häufig Frust.
Wer den eigenen Einfluss bewusst nutzt, bleibt handlungsfähig.
🧭 Welche Person soll sich aus meiner Sicht gerade verändern?
🧭 Wie viel Kontrolle habe ich tatsächlich über diese Veränderung?
🧭 Welche Möglichkeiten habe ich, Einfluss zu nehmen?
Viele Herausforderungen im Berufsalltag entstehen aus der Erwartung, Ergebnisse kontrollieren zu können, die von anderen Menschen abhängen.
Einfluss bleibt dennoch ein mächtiges Werkzeug.
Wir können Orientierung geben, Vertrauen schaffen, Erwartungen formulieren und Entwicklung unterstützen.
Die Entscheidung anderer Menschen bleibt ihre eigene.
Wer diesen Unterschied erkennt, gewinnt häufig etwas Wertvolles:
Bewusstsein darüber, wo die eigene Energie Wirkung entfalten kann.
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