Der Elefant im Raum

Juli 13, 2026

In vielen Teams spüren oder wissen die Leute, dass etwas nicht rund läuft, Mitarbeitende genauso wie Führungskräfte. Trotzdem spricht kaum jemand offen darüber. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen: Was liegt da eigentlich im Argen? Was ist der Elefant im Raum, den alle sehen und den trotzdem niemand anspricht?

Vor einiger Zeit habe ich ein Team begleitet, in dem genau das über Jahre gewachsen war. Dort hatte sich stiller Unmut aufgebaut, ohne dass ihn jemand offen ausgesprochen hätte. Die Führungskraft hatte Konflikte lieber gemieden als sie zu klären. Mit der Zeit lief die Kommunikation im Team fast nur noch schriftlich, weil alle das Gefühl hatten, sich absichern zu müssen. So entstand bei allen Beteiligten sehr viel Misstrauen.

Was die Menschen oft beschäftigt

Es gibt konkrete Reibungspunkte, die im Alltag auffallen: Mitarbeitende, die zu spät kommen oder nicht mitdenken. Führungskräfte, die selten loben. Tools, die einfach nicht richtig funktionieren. Konflikte, die nie richtig ausgetragen werden. Unbedachte Aussagen, die verletzend ankommen.

Das sind reale Probleme. Sie kosten Nerven und Zeit. Meistens sind sie aber nur die Oberfläche. Die eigentliche Ursache liegt oft tiefer.

Wo es wirklich hakt

Häufig fehlt eine gemeinsame Vorstellung davon, wie gute Zusammenarbeit überhaupt aussieht. Niemand hat festgelegt, welche Spielregeln gelten sollen. Erwartungen, Haltung und Umgang miteinander werden selten besprochen. Was für die eine Person „gut läuft“, empfindet die andere schon als Problem. Dann herrscht oft eine Art Handlungsunfähigkeit: Alle spüren, dass etwas nicht stimmt, aber niemand weiß so recht, was jetzt zu tun wäre.

Solange diese Fragen ungeklärt sind, ändert sich nichts. Manche Führungskräfte wundern sich über den entstehenden Widerstand. Oft steckt schlicht Ungewissheit darüber, was tatsächlich erwartet wird.

Was der Blick nach vorn bringt

Viele fürchten grundsätzlich Kritik, vor allem dann, wenn am Ende keine Lösung folgt. Manche scheuen Konflikte, die nicht angesprochen und geklärt werden. Andere wollen keine Schuldzuweisungen auslösen, die niemandem weiterhelfen.

Dabei geht es um Orientierung und konkrete Ansatzpunkte für Veränderung. Teams, die sich regelmäßig Zeit für diesen Blick nehmen, sind deshalb nicht perfekt. Sie wissen aber genauer, woran sie sind, und kommen schneller ins Handeln.

Wann habt ihr euch das letzte Mal gefragt: Wo stehen wir wirklich?

Falls dir spontan keine Antwort einfällt, geht es vielen Führungskräften so. Ein ehrliches Gespräch darüber, wie Zusammenarbeit im Team gerade wirklich läuft, kostet wenig Zeit und bringt oft mehr als jede neue Regel.

👉 Wie sprecht ihr aktuell im Team über Zusammenarbeit, Erwartungen und Haltung?
👉 Was würde deinem Team helfen, klarer zu sehen, wo ihr wirklich steht?


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