Die Spülmaschine ist voll, trotzdem räumt sie niemand aus. Der Kaffee ist leer, den kocht auch keiner nach, und im Lager fehlt Material, weil niemand rechtzeitig nachbestellt hat.
Ein Handwerksunternehmer hat mir mal erzählt, wie es bei ihm richtig teuer wird: Seine Leute fahren los zur Baustelle, und unterwegs fällt ihnen ein, dass etwas fehlt. Dann geht die Fahrt zurück, verlorene Zeit, verlorenes Geld. Mittlerweile kontrolliert er selbst vor der Abfahrt, ob wirklich alles im Wagen ist.
Vermutlich kennst du solche Situationen selbst. Du erklärst jeden Handgriff, und trotzdem klappt es nicht. Am Ende will es keiner gewesen sein.
Das sind alles Kleinigkeiten. Sie kosten trotzdem jeden Tag Zeit, Geld und Nerven, und das summiert sich.
Viele vermuten: Denen fehlt einfach die Motivation, die passende Einstellung. Sie haben keinen Bock, mitzudenken.
In vielen Unternehmen gibt es bestimmte, wiederkehrende Muster, und mit etwas Abstand erkennst du etwas davon vielleicht auch in deinem Unternehmen wieder.
Selbst für kleine Entscheidungen braucht es bei euch mehrere Rückfragen oder Freigaben. Bis die da sind, ist das Problem längst eskaliert oder die Chance verpasst.
Bei einem Fehler wird zuerst gefragt: Wer war das? Warum ist das passiert? Kaum jemand fragt: Wie können wir das künftig besser machen? Mitarbeitende lernen daraus schnell, Initiative ist riskant.
Es heißt: Sei kreativ, denk selbst mit. Doch wie weit du dabei gehen darfst, klärt vorher niemand. Tust du dann etwas, das nicht passt, heißt es plötzlich: So war das nicht gemeint. Solche Doppelbotschaften verwirren nur.
Jede Abteilung hat eigene Ziele, eigene Systeme, eigene Sprache. Wer über den Tellerrand schaut, eckt an. Wer mitdenkt, stört.
Entscheidend für mehr Eigenverantwortung sind die Rahmenbedingungen, die Führungskräfte schaffen. Welche Entwicklung ermöglichen und fördern sie? Wie gehen sie mit Fehlern um? Wie klar sind ihre Erwartungen formuliert? Daraus entsteht Schritt für Schritt eine Teamkultur, die sich eben auch an der Spülmaschine, beim Kaffee, auf dem Weg zur Baustelle, in den kleinen Momenten zeigt.
❓ Welches der Muster erkennst du bei dir selbst wieder?
❓ Wo fragst du bei Fehlern zuerst „Wer war das“, statt „Was lernen wir daraus“?
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