Alle nicken.
Die Aufgabe scheint klar. Das Meeting endet, die ersten stehen auf, jemand schnappt sich noch einen Kaffee und alle gehen zurück an die Arbeit.
Ein paar Tage später stellt sich heraus: Vier Menschen haben dieselbe Besprechung besucht und alle vier unterschiedliche Vorstellungen davon mitgenommen, was zu tun war.
Ein Satz, den ich in Seminaren regelmäßig höre: „Ich habe es euch doch gesagt.“
Und meistens stimmt das sogar.
Es wurden Informationen ausgetauscht und Fragen beantwortet. Niemand hat absichtlich nicht zugehört. Trotzdem entstehen unterschiedliche Bilder im Kopf.
Wir behandeln Kommunikation oft wie einen Paketdienst. Wir packen eine Botschaft ein, schicken sie los und gehen davon aus, dass beim Empfänger genau das ankommt, was wir hineingelegt haben.
So funktioniert Kommunikation allerdings nicht.
Jeder Mensch verbindet Gehörtes mit eigenen Erfahrungen, Erwartungen und bisherigen Erlebnissen. Die vielen kleinen Lücken zwischen dem Gesagten füllt das Gehirn der Zuhörenden unbewusst. Deshalb können mehrere Menschen denselben Satz hören und anschließend unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was gemeint war.
Besonders spannend finde ich dabei: Die meisten Missverständnisse entstehen nicht, weil jemand schlecht kommunizieren möchte.
Sie entstehen, weil wir davon ausgehen, dass unser Gegenüber dieselben Bilder im Kopf hat wie wir.
Wenn ich von „zeitnah“ spreche, denke ich vielleicht an heute Nachmittag. Jemand anderes denkt an diese Woche. Und wieder jemand anderes an irgendwann vor Monatsende.
Alle haben denselben Begriff gehört. Nur das Verständnis dahinter ist unterschiedlich.
Genau deshalb reicht es oft nicht aus, etwas gesagt zu haben. Entscheidend ist, ob beim Gegenüber das Bild entstanden ist, das wir vermitteln wollten.
Wenn Gespräche anders verlaufen, als wir es erwartet haben, hilft eine einfache Frage:
„Was ist bei meinem Gegenüber angekommen?“
Diese Frage verändert den Blickwinkel. Plötzlich geht es auch darum, was verstanden wurde.
Das macht den Unterschied zwischen einem Missverständnis und einem gelungenen Gespräch.
Denk an ein Gespräch zurück, das nicht so gelaufen ist, wie Du es erwartet hattest.
An welcher Stelle warst Du überzeugt, eindeutig gewesen zu sein? Wo könnte Dein Gegenüber etwas anderes verstanden haben, als Du beabsichtigt hattest?
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