In Meetings, in Verkaufsgesprächen oder beim Austausch im Team: Unsere Worte entscheiden mit, wie eine Aussage beim Gegenüber ankommt. Manchmal mehr als der Inhalt selbst. Wer das unterschätzt, wundert sich später, warum eine vermeintlich klare Botschaft ganz anders verstanden wurde.
Ein paar Sätze, die ich oft höre. Sie klingen freundlich, schwächen aber oft genau das ab, was gesagt werden wollte.
„Das ist nicht schlecht.“ Klingt nett und wirkt doch wie ein Rückzieher. Warum können wir nicht direkt sagen, dass etwas gut ist?
„Ich hätte da vielleicht eine Idee …“ Wer selbst zweifelt, klingt unsicher und bewirkt eher, dass andere zögern, der Idee zu folgen.
„Man könnte ja mal …“ Der Klassiker im Verantwortungstennis. Wer ist denn „man“?
„Ich stimme Ihnen zu, aber …“ Übersetzt heißt das oft: Ich stimme überhaupt nicht zu.
Solche Formulierungen sind oft gut gemeint. Trotzdem bewirken sie das Gegenteil von dem, was gemeint ist.
Kaum jemand formuliert absichtlich schwach. Viele wollen einfach nicht anecken, niemanden verletzen, das Gespräch angenehm halten. Das ist menschlich und nachvollziehbar.
Nur hat diese Rücksicht einen Preis. Wer ständig abfedert, wird auf Dauer schwerer greifbar. Die Botschaft kommt seltener an und die Haltung dahinter bleibt vage.
Ein einzelner weichgespülter Satz fällt kaum auf. In der Summe verändert sich aber etwas. Aussagen werden schneller missverstanden, wenn sie schwammig formuliert werden. Konflikte schwelen unter der Oberfläche, weil sie nie konkret angesprochen werden. Mitarbeitende merken außerdem mit der Zeit, wenn Führungskräfte um Dinge herumreden, auch wenn sie es nicht in Worte fassen können.
Stell dir ein Team vor, in dem Feedback grundsätzlich mit „nicht schlecht“ oder einem vagen „könnte, hätte, würde“ formuliert wird. Dann weiß dort kaum noch jemand, woran er wirklich ist.
Wenn Feedback mit „Ich sag’s jetzt mal ganz ehrlich …“ eingeleitet wird, spüren die meisten sofort Widerstand. Wenn Vorschläge im Konjunktiv untergehen, bleibt offen, wer wirklich dahintersteht. Wenn niemand im Team benennt, was nicht läuft, ändert sich an der Situation wenig.
Sprache zeigt dabei mehr als gute Stimmung. Sie zeigt Haltung und macht sichtbar, wie verbindlich jemand seine Meinung äußert.
Klare Sprache braucht Mut: Dinge direkt benennen, auch wenn es unbequem ist. Sie braucht auch die Fähigkeit, Kritik so zu formulieren, dass sie ankommt, ohne zu verletzen. Dazu kommt ein waches Gefühl dafür, welche Wirkung die eigenen Worte bei anderen auslösen.
Wann hast du zuletzt „Das ist nicht schlecht“ gesagt, obwohl du eigentlich „Das ist gut“ gemeint hast?
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